Audiometrie

Hundewelpen können ab der 5. Lebenswoche audiometrisch untersucht werden, da in den ersten 5 Lebenswochen der Verlust der Sinneszellen im Innenohr auftreten kann. Diese erbliche bedingte Taubheit, auch sensoneurale Taubheit genannt, kann bei zahlreichen Hunderassen, wie Dalmatiner, Australischer Cattle Dog, Englischer Cocker Spaniel oder Bull Terrier, sowie bei Katzen vorkommen.

Mit der Hirnstamm-Audiometrie (brainstem auditory evoked potentials, BAEP) kann das Gehör verlässlich und rasch auf seine Funktion geprüft werden. Zudem können verschiedene Formen der Schwerhörigkeit mit dieser Methode diagnostiziert werden. Das Prinzip beruht auf einer Stimulation des Innenohrs mittels Klick-Tönen in variierbarer Lautstärke. Die so ausgelösten Nervenpotentiale in der Hörbahn laufen nun über bestimmte anatomische Stationen bis an ihren Zielort im Gehirn, wo das „bewusste“ Hören stattfindet. Über Hautelektroden können diese Potenziale auf der Oberfläche des Kopfes aufgezeichnet werden. Es resultiert ein typischer Kurvenverlauf, mit dem sich nachweisen lässt, ob der Hund hören kann oder nicht.

Für den Test werden die Hunde leicht sediert. Anschließend werden feine Nadelelektroden unter die Haut an der Schädeloberfläche geschoben und mittels Kopfhörern und Ohrenstöpseln werden zirka 500 Laute in der gewünschten Lautstärke abgespielt. Ein Computer filtert die entstehenden Potentiale, bestimmt den Mittelwert und zeigt zum Schluss das Audiogramm (Hör-Kurve) auf. Der Test ist nach zwei bis drei Minuten abgeschlossen und die Tiere werden wieder geweckt.

Oft wird die Frage gestellt, ob das „taube“ Tier trotzdem noch Töne in bestimmten Höhenlagen wahrnehmen kann, analog der menschlichen Hochton- oder Tieftonschwerhörigkeit. Diese Frage lässt sich mit der Hirnstamm-Audiometrie nicht beantworten, da nicht alle Frequenzen getestet werden können.

Grundsätzlich gilt, dass ein Hund mit angeborener, sensoneuraler Taubheit vollständig und durch alle Tonlagen hindurch nichts hört.

Anders liegt die Sache bei erworbenen Taubheiten, insbesondere der Alterstaubheit, bei der tatsächlich noch Töne in unterschiedlichen Frequenzbereichen wahrgenommen werden können. Die Prüfung dieser verbliebenen Hörfähigkeit ist schwierig und wird nicht routinemäßig durchgeführt, da sie auf einer Verhaltensbeobachtung der getesteten Hunde beruhen muss und dadurch mit Interpretationsschwierigkeiten verbunden ist.

Neben der Altersschwerhörigkeit sind auch die wiederholten Ohrenentzündungen eine häufige Ursache für eine Schwerhörigkeit. Durch die audiometrische Untersuchung kann das tatsächliche Ausmaß des Gehörschadens beurteilt werden und auch bei akuten Behandlungen der Therapieerfolg kontrolliert werden. In einzelnen Fällen kann der Einsatz eines bildgebenen Verfahrens wie CT oder MRT sinnvoll sein, um eine konduktive Taubheitsursache, also eine Behinderung der Schalleitung, wie z.B. einen Erguss im Mittelohr oder eine Innenohrentzündung (Otitis Interna), hinter dem Trommelfell auszuschließen.

Um zu prüfen, ob eine Taubheit vorliegt, ist die einfache audiometrische Gehörprüfung bei auffälligen Welpen oder Katzen anzuraten. Für die Anmeldung zur Audiometrie ist eine telefonische Terminvereinbarung ausreichend. Weitere Informationen finden Sie hier.

Eine Auflistung der besonders oft betroffenen Rassen finden Sie hier.http://www.kleintier-ordination.com/audiometrie/auflistung-betroffener-hunderassen.html

Quelle:

von Strain auf http://www.lsu.edu/deafness/deaf.htm