Sectio caesarea – Der Kaiserschnitt bei Hunden und Katzen

Die Gründe für eine Schnittentbindung sind sehr vielfältig: Probleme während der Geburt z.B. durch eine Wehenschwäche der Hündin/Kätzin, Übergröße der Welpen, gesundheitliche Probleme vom Muttertier oder der Welpen sind als Beispiele zu nennen.

Vor Beginn des Eingriffs wird eine gründliche Allgemeinuntersuchung durchgeführt, um festzustellen, ob die Hündin/Kätzin tatsächlich an einer Geburtsstörung leidet und ob diese chirurgisch zu versorgen ist. Zusätzlich wird die Hündin/Kätzin mit einer Tropfinfusion stabilisiert. Des Weiteren wird ein Ultraschall zur Untersuchung der Vitalität der Föten angeraten.

Ist die Entscheidung für den Kaiserschnitt gefallen, wird die Hündin/Kätzin in einer ruhigen Umgebung für den chirurgischen Eingriff vorbereitet. Für die Welpen wird eine spezielle Wärmekiste vorbereitet  und alles Nötige zur Erstversorgung bereitgestellt.

Die Operation ist für Muttertier und Welpen sehr oft mit geringeren Risiken behaftet, als länger dauernde Manipulationen. Sie wird mit einer Injektionsnarkose eingeleitet und mit einer Inhalationsnarkose, einem Gemisch aus Sauerstoff und Narkosegas, weitergeführt. Grundsätzlich brauchen Hündinnen in Geburt niedrigere Dosen von Anästhetika.

Da sämtliche Narkosemittel die Plazentaschranke passieren und so auch die Welpen narkotisiert werden, nutzen wir eine Inhalationsnarkose die schnell über die Lunge abgeatmet werden kann. Ihre vortreffliche Regulierbarkeit und minimale Belastung für Mutterhündin und Welpen bietet wesentliche Vorteile.

Über einen Bauchschnitt wird die Gebärmutter vorgelagert, eröffnet und nacheinander die Welpen entwickelt. Die Neugeborenen werden von den Fruchthüllen befreit, um die Atmung zu ermöglichen. Bereitstehende Tiermedizinische Fachangestellte nehmen den Welpen entgegen und beginnen mit der Erstversorgung. Sie besteht darin, die oberen Luftwege des Welpen von eventuell vorhandener Flüssigkeit, Fruchtwasser oder Schleim, zu befreien. Zusätzlich werden die Neugeborenen mit Tüchern trocken gerieben und im Anschluss in die Wärmekiste gebettet. Bei Anzeichen von Atemproblemen kann ein zentral wirksames Atemstimulans verabreicht werden. Die Nabelschnur des Welpen wird auf Blutungen kontrolliert und abgebunden. Zum Schluss erfolgt eine Kontrolle auf eventuelle Missbildungen.

Die Welpen werden erst dann dem Muttertier überlassen, wenn diese wieder vollständig aus der Narkose aufgewacht ist. Diese bekommt ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum verabreicht, um einem möglichen Infektionsgeschehen vorzubeugen.

Die Entscheidung, einen Kaiserschnitt mit einer Kastration durchzuführen, hängt von den chirurgischen Befunden und den Wünschen des Besitzers ab und wird im Einzelfall besprochen.