Kastration des Rüdens

Bei der Kastration wird der Rüde in eine kurze Vollnarkose gelegt. Während des Eingriffs werden beide Hoden entfernt, der Penis und die Hodensäcke verbleiben. Durch risikoarme Narkoseverfahren können auch ältere Rüden kastriert werden. Die Operationswunde ist relativ klein und nach fünf bis zehn Tagen abgeheilt. Dennoch ist ein Leckschutz wichtig, um eine problemlose Abheilung zu gewährleisten.

Eine Sterilisation ist nicht sinnvoll, da die Hoden im Körper verbleiben und nur die Samenleiter durchtrennt werden. Die Hormone werden weiter produziert.

Hormonelle Kastration – Suprelorinchip

Mit Hilfe eines Chip-Implantats besteht die Möglichkeit bei Rüden die Wirkung einer Kastration für 6 bzw. 12 Monate zu imitieren. Dies ermöglicht die Beurteilung der hormonell bedingten, unerwünschten Verhaltensweisen und bietet zusätzlich eine Alternative zu einer Operation bei älteren oder herzkranken Tieren.

Der Suprelorinchip ist ein Implantat, das unter die Haut im Nacken eingesetzt wird, ähnlich wie der Mikrochip zur Kennzeichnung. Für das Einsetzen ist keine Narkose erforderlich. Der Vorteil liegt darin, dass die Wirkung nur vorübergehend und nach 6 bzw. 12 Monaten der Wirkstoff verbraucht ist.

Die Wirkung des Chips tritt nach vier bis sechs Wochen ein, die Hoden verkleinern sich und zu diesem Zeitpunkt ist der Rüde unfruchtbar, also zeugungsunfähig. Da sich der Stoffwechsel verändert, kann ein verstärktes Futterverlangen auftreten, sodass meist mehr auf die Fütterung geachtet werden muss, um eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Grundsätzlich ist der Chip für jeden gesunden und erwachsenen Hund möglich. Nur die Kombination mit einer Impfung sollte vermieden werden, um eine gegenseitige, nachteilige Beeinflussung von Immun- und Hormonsystem zu vermeiden. Bei Erkrankungen wie Kryptorchismus (Hodenhochstand), Hoden- und Prostatatumoren oder Perianalhernien sollte auf die Verwendung verzichtet werden.