Kastration der Hündin

Bei der Kastration handelt es sich um einen operativen Eingriff in Vollnarkose, bei dem die Eierstöcke und gegebenenfalls die Gebärmutter entfernt werden. Werden nur die Eierstöcke entfernt, wird medizinisch von der Ovarioektomie (OE) gesprochen, bei der Entfernung von Eierstöcken inklusive der Gebärmutter von der Ovariohysterektomie (OHE).

Die Kastration stellt somit eine dauerhaft sichere Empfängnisverhütung dar, Gebärmutterentzündung oder eine Scheinträchtigkeit treten nicht mehr auf. Zudem verringert sich, durch die hormonelle Umstellung, das Risiko an Mammatumoren (Brustkrebs) oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) zu erkranken.

Bei der Kastration wird der Bauchraum etwa vier bis acht Zentimeter eröffnet, wobei bei tiefbrüstigen Hunden dieser Schnitt größer ausfallen kann. Die zwei Uterushörner mit den anhängenden Eierstöcken werden aus dem Bauchraum vorgelagert und abgebunden. Danach wird die Bauchdecke wieder verschlossen. Während der Operation sowie in den folgenden Tagen wird Ihre Hündin mit schmerzlindernden Medikamenten versorgt. Damit es nicht zu einer Entzündung der Wundnaht kommt, zum Beispiel durch vermehrtes Lecken, erhält die Hündin einen elastischen, schützenden Bauchverband oder auf Wunsch einen Halskragen. Diese Schutzmaßnahmen müssen bis zum Fädenziehen, dem 10. Tag nach der Operation, getragen werden. Alternativ zum klassischen Halskragen bieten wir leihweise schwarze Schaumstoffringe an.

Zum Thema Kastration tauchen in der Tierarztpraxis immer wieder viele Fragen auf. Nach sorgfältiger Aufklärung und neutralen Entscheidungshilfen können Sie selbst entscheiden, was für Ihre Hündin und ihre Situation die beste Lösung ist. Wir bemühen uns gerne, Ihnen alle Konsequenzen, sowie die Vor- und Nachteile dieses Eingriffes aufzuzeigen. Gerne können Sie bei uns einen Termin vereinbaren, damit wir Sie individuell beraten können.

Sterilisation

Bei der Sterilisation werden nur die Eileiter unterbunden. Die Eierstöcke verbleiben in der Hündin und sind weiterhin aktiv. Die Hündin ist dann zwar unfruchtbar, jedoch wird sie weiterhin läufig und bleibt für Rüden attraktiv. Dieser Eingriff bietet für die Hündin keinerlei Vorteile, weshalb wir ihn in unserer Tierarztpraxis in der Regel nicht durchführen.

Hormonelle Kastration

Bei einer hormonellen Kastration wird die Läufigkeit durch regelmäßige Hormoninjektionen unterdrückt. Diese Injektionen werden nach einem bestimmten Intervall verabreicht.

Diese Methode sollte nur nach vorheriger Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt in Erwägung gezogen werden, da das Risiko von Mammatumoren oder einer Pyometra (Gebärmuttervereiterung) deutlich zunimmt.